Von Ann-Kathrin Raile – Tierärztin und Hundetrainerin mit Spezialisierung auf Probleme beim Autofahren

Wenn Hunde Probleme beim Autofahren haben, suchen viele Halter:innen erstmal nach einfachen, schnellen Lösungen. Sie probieren verschiedene Dinge aus, verändern den Sitzplatz des Hundes, testen andere Boxen oder versuchen, den Hund einfach häufiger fahren zu lassen, stellen den Futternapf ins Auto oder lesen ein Buch, während der Hund mit ihnen gemeinsam im Auto wartet. Manchmal kommen Ratschläge aus dem Umfeld und manchmal aus Trainingskontexten.

Und trotzdem passiert häufig etwas Frustrierendes:

Das Problem bleibt bestehen – oder es verschiebt sich und wird sogar komplexer, die Symptome nehmen zu oder werden durch noch mehr Dinge ausgelöst. In einigen Fällen wird es scheinbar sogar besser, bis es dann wieder in das vorherige Verhalten zurückfällt.

In der Folge ziehen viele Menschen dann daraus irgendwann eine naheliegende Schlussfolgerung:

„Mit meinem Hund funktioniert das einfach nicht.“

Oder:

„Bei unseren Rahmenbedingungen kann man das Autofahren nicht trainieren.“

Diese Erklärung wirkt zunächst plausibel. Schließlich spielen beim Autofahren tatsächlich viele Faktoren eine Rolle – Eigenschaften des Hundes, äußere Bedingungen und auch der Umgang der Menschen mit der Situation. Und trotzdem greift diese Erklärung in vielen Fällen zu kurz und war gar nicht der entscheidende Faktor fürs Scheitern.

In unserer Arbeit mit inzwischen über 1000 Hund-Mensch-Teams mit Problemen beim Autofahren sehen wir immer wieder ein bestimmtes Muster:

Das eigentliche Problem liegt häufig nicht primär beim Hund, nicht primär beim Menschen und auch nicht primär in den äußeren Rahmenbedingungen.

Sehr häufig liegt das Problem auf einer anderen Ebene: in der Struktur der Ansätze selbst.

Genau dies wird in vielen Trainingskonzepten kaum betrachtet.

Oder anders formuliert: Bevor solche Faktoren wie die Eigenschaften und Vorerfahrung des Hundes, die Rahmenbedingungen oder das Mindset des Besitzers überhaupt prognoserelevant werden, ist das Training bereits an ganz anderen Stellen gescheitert.

Aber schauen wir mal im Detail und beziehen auch den Hund, den Besitzer und die Rahmenbedingungen noch einemal ein, bevor wir uns die Struktur anschauen…

Drei Ebenen, die immer eine Rolle spielen

Wenn ein Hund Probleme beim Autofahren zeigt, lohnt es sich zunächst, drei grundsätzliche Ebenen zu betrachten.

1. Faktoren beim Hund

Hier können verschiedene Dinge relevant sein:

körperliche Belastungen (z. B. Reiseübelkeit, Schmerzen oder sonstige körperliche Beschwerden).
Solche Beschwerden können so versteckt sein, dass sie sogar bei medizinischer Abklärung unentdeckt bleiben. Abweichungen im Verhalten können das einzige Symptom einer körperlichen Problematik sein, die selbst bei gründlicher Abklärung unsichtbar bleiben kann.

bereits entstandene negative Lernerfahrungen.
Hier ist wichtig zu wissen, dass jede einzelne Fahrt zu neuen Lernerfahrungen führen kann und man bei Autoproblemen meist einen ganzen Komplex an Themen und Zusammenhängen hat. An diesem Punkt wird besonders deutlich, warum solch einfache Tipps wie ein neues Autokörbchen als isolierte Strategie nur selten zielführend sind.

bestimmte individuelle Eigenschaften des Hundes.
Die Liste dieser Faktoren ist lang, dazu gehören unter anderem das Alter, der hormonelle Status oder unterschiedliche genetische Veranlagungen wie beispielsweise solche zur Reizwahrnehmung und Verarbeitung.

Diese Faktoren können Verlauf und Ausgangssituation erheblich beeinflussen und müssen daher aktiv in der Verhaltenstherapie berücksichtigt werden.

2. Faktoren bei den Menschen

Auch der Mensch spielt eine Rolle im System.

Zum Beispiel:

• Erfahrung mit Training
• Fähigkeit, Verhalten korrekt zu beobachten
• Selbstreflexion und Interpretationsneigung
• Umsetzung von Trainingsschritten
• Umgang mit Emotionen, Stresssituationen, Frustrationstoleranz, Belohnungsaufschub, Eigenmotivation, Disziplin usw.
• im weitesten Sinne auch selbst gewählte soziale Einbettung sowie Rückhalt durch die Umgebung

Besonders beim Autotraining ist die praktische Umsetzung entscheidend, weil viele Schritte sehr fein abgestimmt sein müssen. Es ist nicht ausreichend, einen Tipp einfach „irgendwie“ umzusetzen.

Oftmals gibt es weit mehr Details und Varianten, auf die bei der Umsetzung zu achten ist, als man sich anfangs vorstellen kann. Eine gute Anleitung, engmaschige Kontrolle und kurze Feedbackschleifen sind oftmals hoch relevant, da bereits kleine Fehler in der Umsetzung den Erfolg verhindern können.

Eine geringe Fehlertoleranz im Training ist ein typisches Problem bei der Verhaltenstherapie für Themen mit hoher Stressbelastung und starken Negativemotionen.

Der Faktor einer oftmals deutlich reduzierten oder fehlenden Selbstwirksamkeit (wie sie im geschlossenen Auto der Fall ist, denn der Hund kann ja nicht einfach „gehen“ und der Situation entkommen oder das Auto beeinflussen) kommt hier erschwerend hinzu.

3. Faktoren der Rahmenbedingungen

Autofahren ist keine kontrollierte Trainingsumgebung. Das bedeutet: Die Situation kann sich jederzeit verändern und im schlimmsten Fall zu einer weiteren Überforderung des Hundes führen.

Es gilt der Grundsatz: Ein Hund muss sich immer und zu jedem Zeitpunkt wohl im Training fühlen.

Bereits dieser Grundsatz, der neben der fachlichen (lerntheoretischen Begründung) auch auf Fairness sowie ethischen und tierschutzrechtlichen Grundsätzen beruht, wird durch eine ganze Reihe gängiger Trainingstipps missachtet.

An dieser Stelle ein klares Statement:
Ratschläge wie „einfach fahren“ (egal wie es dem Hund dabei geht) oder beispielsweise das Spritzen mit Wasserpistolen (z. B. bei Problemen mit Vokalisieren) haben im Hundetraining nichts verloren und sollten bitte nicht umgesetzt werden. Leider haben wir bereits mehrfach mitbekommen, dass solche Ratschläge vereinzelt auch von Trainern gegeben wurden.

Wenn wir mit Hunden trainieren, haben wir nie das Ziel, dass der Hund einfach „funktionieren“ soll. Wir haben immer das Ziel, dass der Hund nicht mehr überfordert ist und sich mit der Situation wohlfühlt. Die Grenze hin zum Unwohlsein sollte im Training nie überschritten werden. Tatsächlich kann dies jedoch - besonders aufgrund der Unkontrolierbakeit von Rahmenbedingungen - im Training passieren.

Das Training muss daher nicht nur ungünstige und teilweise anspruchsvolle Rahmenbedingungen berücksichtigen und „ausgleichen“, sondern auch Notfallstrategien für solche schwierigen Momente an die Hand geben: Für die Situation selbst und den Zeitraum danach.

Ob und wie Rahmenbedingungen das Training beeinflussen, hängt also nicht nur vom Hund ab, sondern auch von der Strategie, mit diesen Rahmenbedingungen umzugehen. Sowohl vom Management wie auch vom Training selbst.

Hier ein paar Beispiele, was im Alltag schlecht planbar ist, aber trotzdem berücksichtigt werden muss:

• ein Krankenwagen fährt mit Blaulicht vorbei
• ein Müllwagen kippt Glascontainer aus
• eine Baustelle erzeugt plötzlich laute Geräusche
• starker Wind oder Regen verändert die Geräuschkulisse

Im Gegensatz zu vielen anderen Trainingssituationen lässt sich diese Umgebung bereits in sehr frühen Trainingsphasen nur unzureichend kontrollieren. Das Training muss auch dies ausgleichen.

Auch hier wird wieder klar: statt schneller, oberflächlicher Tipps sollte das Vorgehen eher besonders durchdacht sein.

Der häufig übersehene Punkt: die strukturelle Ebene

Diese drei genannten Ebenen (Hund, Mensch, Rahmenbedingungen) sind wichtig.

Aber sie erklären noch nicht, warum so viele Trainingsansätze beim Autofahren nicht funktionieren, also selbst bei guten Rahmenbedingungen, gut zu trainierbaren Hunden und empathischen und motivierten Besitzern. Denn auch wenn man Hund, Mensch und Rahmenbedingungen berücksichtigt, bleibt eine zentrale Frage:

Wie ist der Trainingsansatz strukturiert?

Und genau hier zeigt sich häufig ein grundlegendes Problem.

Viele Ansätze bestehen aus einzelnen Maßnahmen, die für sich genommen vielleicht erstmal sinnvoll wirken können – aber nicht in ein logisch aufgebautes Gesamtsystem eingebettet sind.

Einige Maßnahmen sind dann entweder isoliert, an der falschen Stelle umgesetzt oder insgesamt falsch umgesetzt. Andere Vorgehensweisen sind wiederum falsch, weil sie nicht zielführend oder sogar schädlich sein können.

Wenn neue Teams zu uns ins Training kommen, berichten sie oftmals von den bisherigen Versuchen. In den meisten Fällen ergibt sich dann ein Bild aus einer Mischung von:

  • falsche Maßnahme
  • falscher Zeitpunkt
  • gute Idee, aber nicht ausreichend
  • Fehler bei der Umsetzung
  • usw.

Und dazu kommen dann beispielsweise noch Dinge wie:

  • fehlende Notfallstrategien für Problemsituationen
  • fehlende Strategien für Alltagsfahrten
  • fehlende Strategien für Urlaubsfahrten
  • fehlende Klärung und Berücksichtigung körperlicher Faktoren
  • Prozessfehler durch fehlende Einordnung
  • u. v. m.

Das Problem isolierter Maßnahmen

Ein typisches Beispiel aus der Praxis:

Der Sitzplatz des Hundes wird verändert.

Zuerst fährt der Hund im Kofferraum.
Dann auf der Rückbank.
Dann wird der Kofferraum abgedunkelt.
Dann wird ein neues Körbchen gekauft.

Auch wenn nicht jeder dieser Sitzplätze dieser Liste automatisch empfehlenswert ist, grundsätzlich kann eine Sitzplatzoptimierung in bestimmten Situationen durchaus sinnvoll sein. Aber die entscheidende Frage lautet:

Setzt diese Maßnahme überhaupt am richtigen Problems an?

Wenn ein Hund beispielsweise starken Trennungsstress erlebt, kann ein Sitzplatzwechsel tatsächlich relevant sein. Zum Beispiel dann, wenn er in einer Box im Kofferraum war und durch den Wechsel wieder in die Nähe des Besitzers kommt, er diesen wieder sieht usw.

Doch selbst wenn diese Konstellation bei einem Hund der Fall sein sollte, reicht das nicht automatisch für besseres Fahren. Der gleiche Hund kann nämlich noch weitere Probleme mit dem Autofahren haben, sodass der Sitzplatzwechsel trotzdem keinen langfristigen Erfolg bringt. Die Wahrscheinlichkeit ist sogar hoch, dass bereits mehrere Probleme gleichzeitig vorhanden sind, da Hunde mit Autofahrproblemen auf jeder Fahrt neue (negative) Lernerfahrungen machen können. Ist der Hund also bereits unter starkem Stress im Kofferraum gefahren, ist es sehr gut möglich, dass er alleine duch diese Konstellation bereits weitere Problemthemen dazu bekommen hat. Negative Verknüpfungen entstehen schnell - beispielsweise muss man als Menschen auch nicht mehrfach auf eine heiße Herdplatte fassen, um eine nachhaltige Lernerfahung zu bekommen. Gefährliche Dinge - egal ob sie tatsächlich gefährlich sind oder nur so wirken - werden besonders schnell gelernt.

Hinzu kommt ein Punkt: Wenn eine gute Idee keinen Erfolg bringt, weil sie zum falschen Zeitpunkt oder zu isoliert umgesetzt wurde … wie will man dann gute von schlechten Ansätzen unterscheiden? Gleiches gilt für Aspekte, die einfach falsch umgesetzt wurden, obwohl die Idee prinzipiell gut war.

Es müssen alle Ebenen berücksichtigt werden:

  • Das WAS (was will ich machen)
  • Das WIE (wie will ich das machen)
  • Die Ausführung (wie habe ich es dann tatsächlich gemacht)

Damit gute Ideen keine bloße Theorie bleiben, muss die tatsächliche Ausführung (die praktische Ebene) ständig überprüft und kontinuierlich an den Hund angepasst werden.

Um eine hohe Präzision und Überprüfbarkeit zu erreichen, arbeiten wir beispielsweise mit:

  • kurzen Feedbackschleifen
  • regelmäßigen Videoanalysen des aktuellen Trainingsstands bzw. Verlaufs
  • Besprechung kleinster Trainingsschritte
  • einer hohen Anzahl an konkreten Trainingsbeispielen
  • Besprechung der fachlichen Einbindung aller Ebenen

Beim Autotraining kommt es nicht darauf an, dass eine Person daneben sitzt (und den Trainingsablauf eher noch stört), sondern dass die trainierende Person ein klares Bild von den nächsten konkreten Trainingsschritten hat und diese engmaschig überprüft und kontinuierlich an den Hund angepasst werden.

Teams bei uns im Training geben regelmäßig das Feedback, dass sie noch nie so detailliert angeleitet wurden und sich das Training auch nie so detailliert vorgestellt haben, obwohl die meisten schon bei mehreren Trainern oder auch Tierärzten Hilfe fürs Autotraining gesucht haben, bevor sie dann zu uns kamen. Wir glauben, dass dies am Autotraining selbst liegt, bei dem es einen spezialisierten Blick für bestimmte Dynamiken und Ebenen braucht.

Kleinste Details aus unterschiedlichen Ebenen im Blick behalten, während man zeitgleich einen komplexen Gesamtzusammenhang betrachtet und hier mit fachlicher Tiefe sowie praktischer Präzision arbeitet und mehrere Randthemen mitdenkt und einen sauberen Transfer der Grundlagen auf das Themenfeld Autofahren macht und die Dynamik einzelner Ebenen sowie die Wechselwirkung der Ebenen miteinander beobachtet: Das ist der Gamechanger für Autotraining. Und das muss die anleitende Person leisten.

Wir haben immer wieder gesehen, das Autotrainings selbst bei Tierarzt-und Trainerkollegen mit sehr guter fachlicher Expertiese nicht zielführend waren. Doch wie kann das sein und woran liegt das? Die strukturelle Antwort lautet: Es reicht nicht aus grundsätzlich gut im Hundetraining zu sein, denn für Autotraining braucht man eine spezielle Art zu denken. Es ist die metareflexive Integration unterschiedlicher Ebenen, innerhalb derer dynamisch Prozesse - auf der Ebene selbst sowie hinsichtlich ihrer Wechselwirkungen untereinander - mit hoher Detailgenauigkeit beobachtet und mit einem sauberen Transfer auf die Handlungebenene übertragen und in sehr eine kleine und präzise Trainingsschritte übersetzt und angeleitet werden.

Vielleicht wird jetzt klarer, warum pauschale Tipps die Situation leichter schlechter als besser machen können. Auch erklärt es, warum so viele Autotrainings trotz Anleitung scheitern. Autotraining braucht einen speziellen Blick.

Warum Analyse im Autotraining entscheidend ist

Bevor man Trainingsschritte konkret plant, braucht es deshalb eine saubere Einordnung. Hierzu gehören beispielsweise Fragen wie:

• Welche Faktoren sind tatsächlich beteiligt?
• Welche Rolle spielen körperliche Prozesse?
• Wie ist die Ausgangslage und in welcher Phase des Prozesses befindet sich der Hund gerade?

Erst auf dieser Grundlage solcher Aspekte lässt sich entscheiden, welche Schritte sinnvoll sind.

Viele Besitzer fragen sich, wieso ihr Hund Probleme beim Autofahren hat. Doch weitaus wichtiger als die Interpretation der Gesamtursache ist die Beobachtung, wie sich der Hund verhält und wie die Gesamtumstände sind. Gleichzeitig geht es nicht um Verhalten im Sinne von "funktionieren" sonern um Verhalten im Sinne von Indikator.

Ohne Analyse einem lerntheroretisch fundiertem Grundverständnis entsteht schnell ein Trainingsprozess, der eher aus Ausprobieren besteht als aus gezielter Arbeit.

Und: wenn man zu viel und vor allem vorschnell Ursachen interpretiert, dann besteht die Gefahr, an einer "falsch interpretierten“ Ursache zu arbeiten, statt am tatsächlichen Problem, weil die eigenen Lösungsansätze schnell in Richtung Interpretation abdriften, statt sich an den Fakten zu orientieren. Tatsächlich ist eine beobachtende, kritische und hinterfragende Haltung deutlich wichtiger als die Interpretation von Gesamtzusammenhängen.

Autotraining ist ein hochpräziser Trainingsbereich

Ein weiterer Punkt wird häufig unterschätzt:

Beim Autotraining können kleine Details große Auswirkungen haben.

Ein minimal zu großer Trainingsschritt, eine falsche zeitliche Abfolge oder eine unpassende Belastungssituation können bereits dazu führen, dass der Hund neue negative Lernerfahrungen macht. Deshalb reicht es oft nicht aus, einzelne Tipps umzusetzen. Und es kommt tatsächlich auf Struktur, Präzision und Details an.

Wie bereits erwähnt braucht es ein Vorgehen, das

• analytisch aufgebaut ist
• systematisch geplant wird
• und kontinuierlich überprüft wird.

Autotraining ist ein Spezialgebiet

Beim Autofahren kommen mehrere ungünstige Faktoren zusammen - und das macht es deutlich schwieriger. In unserer Arbeit begleiten wir daher nicht nur private Halter:innen, sondern auch

• Hundetrainer mit ihren eigenen Hunden
• Tierärzt:innen
• und sogar Tierärzt:innen mit verhaltenstherapeutischem Schwerpunkt.

Diese Erfahrung zeigt sehr deutlich:

Autotraining gehört zu den Bereichen, in denen Erfahrung, Analysefähigkeit, Transfer, metareflexives Systemdenken, Empathie und fachliche Präzision besonders entscheidend sind.

Außerdem ist die Kombination aus Tiermedizin und Hundetraining ein elementarer Faktor, da sich diese Doppelperspektive bei vielen Hunden immer wieder als notwendig gezeigt hat.

Wir werden oft gefragt, was wir anders machen. Es gibt zwar viele Aspekte die hier genannt werden konnen, aber ich denke am entschiedensten sind es die persönlichen Eigenschaften, die uns einen besonders guten Zugang zu diesem Themengebiet ermöglichen.

Für mich sind die einzelnen Facetten des Autotrainings eine innere Landkarte, und tatsächlich war diese Landkarte von Anfang an da. Meine Art zu denken hat sehr gut zu dem gepasst, was beim Autotraining relevant ist. Und ich denke bei meiner Kollegin war es ähnlich. So etwas kann man in anderen Bereichen wie in der Mathematik, der Physik oder anderen Bereichen auch beobachten, doch in diesen Bereichen kann man es auf den ersten Blick oft besser nachvollziehen, als wie in einer Spezialdisziplin innerhalb eins Bereichs. Trotzdem glaube ich, dass dieser Vergleich hilft, um zu verstehen was gemeint ist.

Was besonders wichtig ist: in dieser Landkarte sind emotionale Prozesse und fachliche Tiefe untrennbar miteinader verbunden. Denn es geht auch nicht allein um Wissen oder kognitive Stärken, sondern darum nicht nur zu denken, sondern auch zu was gedacht wird spüren. Es geht um die Gleichzeitigkeit von emotionaler Resonanz auf kognitive Prozesse. Diese Gleichzeitigkeit gibt die eigentliche Orientierung. Es bedeutet zu fühlen was gedacht wird und zu denken was gefühlt wird, und zwar im selben Moment - ohne Fokuswechsel.

Man kennt das aus einigen Bereichen: Entweder man ist im ehr Kopf und "denkt und versteht" oder man ist ehr im Gefühl und "spürt". Diese Bereiche sind oft nacheinader geschaltet und teilweise hat man auch persönliche Schwerpunkte, das ist aber nicht immer so. Es macht einen Unterschied, ob diese Prozessen nacheinander ablaufen oder gleichzeitig, also parallel zueinander.

Selbstverständlich bin ich dankbar für meinen großen Erfahrungsschatz, der dem Training eine ganz eigene Qualität verleiht. Doch die innere Orientierung und Struktur war immer da. Und durch die weiteren Spezialisierungen (u.a. Ernährungsberatung) und die individuelle Perspektive meiner Kollegin Dr. Ann-Kathrin Schieder (ebenfalls Tierärztin und Hundetrainerin) können wir unsere Hunde-Mensch-Teams noch ganzheitlicher begleiten und ich bin dankbar in meiner Kollegin einen Menschen gefunden zu haben, dessen innere Architektur ebenfalls zum Themenkomplex der Autofahrprobleme passt.

Wir beide legen großen Wert auf eine gute Didaktik mit kleinschrittiger Anleitung und eine empatische Begleitung der Hunde-Mensch-Teams. Denn Fachliche Kompetenz ist nur dann nützlich, wenn man es schafft auch den Menschen abzuholen.

Fazit

Wenn Autotraining nicht funktioniert, liegt das selten daran, dass ein Hund grundsätzlich „ungeeignet“ ist.

Und auch äußere Rahmenbedingungen sind nur selten der eigentliche Kern des Problems.

Sehr häufig liegt die Schwierigkeit in der Struktur der Ansätze:

• fehlende Analyse
• isolierte Maßnahmen
• unklare Trainingslogik
• unpräzise Umsetzung

Autotraining funktioniert nicht durch einzelne Tipps. Es funktioniert durch ein präzises Verständnis der Zusammenhänge und eine strukturiert aufgebaute Arbeit. Und genau deshalb lohnt es sich, dieses Thema differenzierter zu betrachten.

Wenn du selbst einen Hund hast der Probleme beim Autofahren zeigt, dann nutze unseren Blog und unseren "Autofahren mit Hund" Podcast, um dich weiter zu informieren und eine neue Perspektive auf das Thema zu bekommen.

Autotraining ist kein Thema für schnelle Lösungen.
Es ist ein Thema für Analyse, Struktur und präzises Training.